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Montag 19.07.2010 - 11:04 |
[Politik] - Schulpolitik ganz einfach
Mit der Schulpolitik im Allgemeinen und dem Volksentscheid im Speziellen ist es doch eigentlich ganz einfach:
Rational betrachtet spricht alles für langes gemeinsames Lernen und für eine individuelle Förderung schwächerer Schüler in einem Umfeld von schlauen Schülern.
Um jedoch solchen Reformen zustimmen zu können, müsste die entscheidende Masse der Eltern - die Mittelschicht - altruistischdenken und stimmen. Denn solche Reformen (wie jetzt auch in Hamburg) würden den schwächeren Schülern viel mehr bringen als ihren eigenen, mutmaßlich hochgebildeten Sprösslingen.
Die Mittelschicht als solche denkt jedoch in höchstem Maße egoistisch - und zu Zeiten der Krise umso mehr.
Deswegen kann man auch all ihre scheinbar rationalen Argumente gegen jegliche Reform des Schulsystem (= jede Reform, die ihr heiß geliebtes Gymnasium antastet) nicht ernst nehmen, denn dahinter stehen immer Aussagen wie:
"Der Paul Wilhelm soll gefälligst mit der Amelie Evelin zusammen lernen und ja nicht mit Memet oder Ali!" (auch, wenn Ali schlauer als Karl ist)
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!"
Und solange dieses Denken vorherrscht (und es wird noch lange vorherrschen), solange wird sich am deutschen Bildungssystem nichts ändern.
Und bessere Bedingungen als in Hamburg jetzt wird man nirgends mehr finden: Ein kleines Gebiet, ein Stadtstaat, eine mitmachende CDU mit den Grünen im Boot (und der SPD und den Linken).Wenn es gegen das Gymnasium geht, versteht der deutsche Michel keinen Spaß! |
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Dienstag 13.07.2010 - 08:27 |
[Alltag] - Ozonwarnungen?
Früher war mehr Ozon - könnte man glauben.
Es muss Ende des letzten Jahrhunderts gewesen sein, als man bei fast jedem Sonnenschein sofort vor erhöhten Ozonwerten gewarnt wurde. Kein Sport, keine Anstrengungen, Fahrverbote für Autos in den betroffenen Städten.
Und dieses Jahr?
40 Grad im Schatten - aber weit und breit keine Ozonwarnung?
Wie kommts? Wurden die Grenzwerte angepasst (nach dem Motto: Ändert eh nix) oder ist das ganze Ozon durch sein Loch entschwunden? |
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Dienstag 13.07.2010 - 08:21 |
[Alltag] - Evangelische Zentralstelle für WeltanschauungsfragenEs gibt tatsächlich eine "Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen" - und diese meint in der heutigen Volksstimme:

"Nicht auf Orakel wie den Kraken „Paul“ verlassen"
Ne, ist klar.
Das einzige Orakel, dem man nach Ansicht der Kirche Glauben schenken sollte, ist ein gekreuzigter Hippie - und da dieser nicht mehr selbst orakeln kann, sind natürlich die unfehlbaren Interpretationen seiner Vertreter auf Erden die einzig wahren Orakel. |
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Montag 12.07.2010 - 12:49 |
[Alltag] - Remote aus der Kältekammer
Warum bin ich eigentlich nicht schon eher darauf gekommen, meinen Arbeits-PC im 40Grad-Büro remote aus der Kältekammer zu bedienen?
War sicherlich die Hitze.
Nun fehlt mir hier bei geschätzten 16 Grad ne Fleece-Jacke ;-) |
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Sonntag 11.07.2010 - 12:17 |
[Politik] - Kinderhasserstadt Hamburg?Da wir hier ja grad eine sehr schöne Diskussion über das Land der Kinderlosen haben: Hier ein Artikel aus dem vorletzten ZEIT-Magazin.
Ist Hamburg eine Stadt von Kinderhassern? Das wohl nicht. Aber Kindergärten sind gerade bei der reichen (kinderlosen) alten Bevölkerung nicht gern gesehen und werden über den Umweg der Kindergärten dort sehr oft und sehr gern weggeklagt:
Was bin ich froh, in einem Land zu leben (=Ostdeutschland!), in dem solche Dinge (im Moment noch) nicht denkbar sind. Und in dem es (verglichen mit dem Rest Deutschlands) nahezu paradisische Krippenplatzzustände gibt.
Wenige Tage später hat die leitende Pädagogin im Briefkasten einen Zeitungsbeitrag gefunden, in dem es unter eindrucksvollen Flammenfotos um eine abgebrannte Kindertagesstätte ging. Es war kein Kommentar dabei, doch verstanden hat sie auch so.
...
Gut aussehende, privilegierte, gebildete, liberal wirkende Hanseaten, die in beschaulichen Stadtvillen wohnen und die plötzlich – da persönliche Interessen angetastet sein könnten – mit »hektischen Flecken am Hals und Schaum in den Mundwinkeln« gegen Kindergärten zu Felde ziehen.
...
Als eine der Speerspitzen der Anti-Kita-Bewegung darf der Plakatkünstler Holger M. gelten. Er ist 70. Kinderlos. Wohlhabend. Er wohnt in der Wrangelstraße und klagt im Eilverfahren gegen die Umwidmung des Nachbarhauses in einen Kindergarten. ... In der Straße herrsche eine »Unterversorgung mit Stellplätzen«, so komme es nicht nur zu Stauungen, sondern durch das Zuparken des Stellplatzes für sein Cabrio auch »praktisch täglich« zu Spannungen.
..
Da ist von den »erheblichen Immissionen« und dem »massiven Lärm« die Rede, der von solch einer »unnatürlichen Konzentration von Kindern« ausgehe. Diese »vollkommen unerträgliche und inakzeptable Belastung« führe auf Dauer zu »Gesundheitsbeeinträchtigungen der Nachbarn«. Das Hohelied jener Politiker, die Kinderlärm als Zukunftsmusik bezeichneten, heißt es da, dürfte »abrupt in schrille Dissonanzen« umschlagen, sollten diese Politiker selbst von solcher Nachbarschaft betroffen sein. |
Da kann man nur hoffen, das Gesetzesänderungen beschlossen werden, bevor die greisen Egomanen endgültig die Macht übernommen haben.
"Darüber hinaus harrt man der angekündigten Novellierung der Lärmschutzgesetze, die Kinderlärm unter ein besonderes Toleranzgebot stellen soll."
(Zitate aus der ZEIT 27/2010) |
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Samstag 10.07.2010 - 08:32 |
[Alltag] - Die Rache der Eltern
Wie ist das doch schön, Samstag morgens um 7 Uhr bei angenehmen Temperaturen auf dem Balkon zu frühstücken - mit einem Kind, das wahlweise laut nach mehr Nutella verlangt, der Elster zuruft oder anderweitig den gesamten Hinterhof unterhält.
Das ist dann die "Rache" für laute Gespräche und Telefonate auf dem Balkon nach Mitternacht - wo Eltern kleiner Kinder normalerweise schlafen müssen :-) |
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Donnerstag 08.07.2010 - 12:50 |
[Alltag] - Spanier können nicht teilen
Das war nicht sehr kollegial gestern, was die Spanier gezeigt haben:
Sie haben den Ball ja nie abgegeben. Dabei lernt das schon meine Tochter in der Krippe: Gib den Ball ab und auch andere Kinder wollen mal auf die Schaukel. |
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Sonntag 04.07.2010 - 19:57 |
[Alltag] - Vuvuzela-Brummer
So ein dicker, fetter Fliegen-Brummer hört sich an wie ein südafrikanisches Fußballstadion. Vielleicht sind das im Fernsehen alles gar keine Vuvuzelas. Vielleicht sitzt da einfach eine dicke Fliege im Ü-Wagen auf der Tonleitung. |
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Freitag 02.07.2010 - 09:09 |
[Magdeburg] - Verein nachtschlafliebender MagdeburgerDer "Verein nachtschlafliebender Magdeburger" hat wieder mal zu geschlagen - einige Mitgliederfamilien am äußersten Stadtrand Magdeburgs beklagen sich in der aktuellen Volksstimme ausschweifend über ein im nahe gelegenen "Stadion Neue Welt" stattfindendes Festival:

Volksstimme vom 02.07.2010
Dort heißt es unter anderem:
"Der Samstagabend und die ganze Nacht zum Sonntag wurden ausgiebig genutzt, den Bereich Berliner Chaussee und Biederitzer Busch ohne Rücksicht auf Mensch und Tier zu beschallen. Selbst bei geschlossenen Fenstern (und das bei diesem tollen Wetter zzt.) war an normale Nachtruhe nicht zu denken. ... Aber wenn dort gefeiert wird, ist laute Atzen-Musik und klägliche Gesangsversuche unterlegt von Bässen kein Problem."
Ich musste erst mal recherchieren, was Atzen-Musik überhaupt ist.
Der "Verein nachtschlafliebender Magdeburger" hat damit die "Ruhe in der Stadt und auf dem Land"-Saison 2010 feierlich eröffnet. |
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